IFFI Observer

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IFFI 2012 – Tag 5

Veröffentlicht von iffiobserver am Juni 10, 2012
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Alles hat einmal ein Ende, aber unser Blog doch nicht! Emir Handzo war natürlich auch am letzten Tag dabei und zeigt uns sein Video vom Finale –  die Preisverleihung!

Awesome Tapes from Africa

Veröffentlicht von iffiobserver am Juni 9, 2012
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“Awesome tapes from Africa with Brian Shimkovitz”   - ein Videospecial von Vinzenz Mell

IFFI 2012 – Tag 4

Veröffentlicht von iffiobserver am Juni 9, 2012
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Ein weiteres Highlight präsentiert von Emir Handzo

IFFI 2012 – Tag 3

Veröffentlicht von iffiobserver am Juni 8, 2012
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Eine Videobotschaft von Tag 3  berichtet von Emir Handzo.

ESSAHA – LA PLACE – Deutsche Version

Veröffentlicht von iffiobserver am Juni 7, 2012
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Ein Interview mit Dahmane Ouzid, dem Regisseur der ersten Musical-Komödie Algeriens, der mit seinem Film ESSAHA – LA PLACE im internationalen Wettbewerb startet.

Der Spielfilm, der 2010 fertiggestellt wurde, behandelt auf unterhaltsame Weise die Probleme algerischer Jugendlicher und ihren Kampf um Freiheit, Mitbestimmung und Gehör. Sie verteidigen ihren Rückzugsort – einen ungenutzten Platz in der Stadt – gegen kommerzielle Projekte und versuchen, eigene, äußerst verschiedenartige Pläne auf dem brachliegenden Raum zu verwirklichen. Die Suche nach Konsens innerhalb ihrer Gruppe und das stete Bemühen um Partizipation in den gesellschaftlichen Diskursen sind die zentralen Themen im vielschichtigen Werk Ouzids. In der Heterogenität der Cliquen und den aufeinandertreffenden Wertesystemen sowie in der Vielfältigkeit eingesetzter Musikrichtungen zwischen Hip-Hop und klassisch maghrebinischen Klängen schafft er nichts Geringeres als ein Panorama der algerischen Bevölkerung zwischen Modernität und Tradition, zwischen Resignation und Aufbruchsstimmung, zwischen Wertesystemen und Generationen. Allerdings wird Ouzids Gesellschaftsporträt stets von einem ironischen Augenzwinkern und einer positiven Grundstimmung begleitet, die optimistische Atmosphäre des Musicals erscheint als einziger Ausweg aus dem Fatalismus – für die jugendlichen Protagonisten ebenso wie für ihre Heimat.

Der Spielfilm ESSAHA spricht eine große Bandbreite an Themen an, kann der titelgebende Platz, an dem er spielt, als Metapher für die Probleme einer Generation stehen?

ESSAHA – LA PLACE ist im Grunde tatsächlich eine Metapher für Algerien und seine Jugend, die verzweifelt ihren Platz auf ihrem Platz (Algerien) sucht. Die jungen Algerier und Algerierinnen versuchen eine neue Seite aufzuschlagen (ohne die alte zu zerreißen), sie möchten einen Schlussstrich unter die Zeit der Trauer und der Kränkungen ziehen. Sie wollen ihre Jugend mit dem gleichen Recht genießen wie es 20-Jährige auf dem gesamten Planeten tun. Sie brechen mit dem vorherrschenden Fatalismus, der in ihnen im besten Fall Hoffnungslose sieht, deren einziges Ziel zu sein scheint, ein Floß in Richtung eines chimärischen Europas zu besteigen – im schlimmsten Fall jedoch, das Bild von potentiellen Terroristen und indoktrinierten Islamisten zeichnet.

Was diesen Punkt angeht, kann man in ESSAHA durchaus auch etwas Prophetisches sehen. Bereits 2009 zeigte er einiges auf, was schließlich 2011 im Arabischen Frühling seinen Niederschlag fand.

An welches Publikum wendet sich ihr Spielfilm? Der Schluss liegt nahe, dass gerade der Optimismus, den er transportiert, die Jugend Algeriens ansprechen und ermutigen soll.

Der Film richtet sich ganz klar in erster Linie an die algerischen Jugendlichen: ohne Demagogie und geprägt von einer großen Ausdrucksfreiheit zeigt er ihnen ein positives, wohlwollendes Bild von ihnen selbst. Auch die Hoffnung ist sehr präsent. Es soll ein hoffnungsvoller Film sein, der sagt, dass noch nichts verloren ist, dass selbst 10 Jahre Krieg gegen den radikalen Islamismus Algerien nicht zerstören konnten und dass das Land letztendlich nur von den Jugendlichen gerettet werden kann, die zuhause geblieben sind, oder jenen, die zurückkehren werden, nachdem der Traum vom Okzident ausgeträumt ist.

ESSAHA – LA PLACE ist die erste Musical-Komödie, die in Algerien gedreht wurde. Wie hat das Genre dazu beigetragen, die hohe Dichte an Themen zu transportieren?

Die außergewöhnliche Form beruht auf einer bewussten Entscheidung von Salim Aissa, dem Drehbuchautor, und mir. Wir haben uns für die Leichtigkeit der Form ausgesprochen, um schwerwiegende Themen zu verhandeln. Wir wollten ernsten Themen mit Humor, Leichtigkeit, Selbstironie begegnen. Die Entdramatisierung gibt Hoffnung, dem „No Future“-Gedanken beizukommen. Das Augenzwinkern und das Vermögen über unsere eigenen Fehler zu lachen, selbst in den dramatischsten Situationen, geben uns die Kraft, die Probleme zu überwinden.

Die anziehende, prächtig dekorierte und farbenfrohe, laute Kulisse trug auch dazu bei, die Fehler der algerischen Gesellschaft aufzeigen zu können, ohne von der strengen Zensur bedroht zu sein. Der Film ist immerhin zu 100% vom Staat finanziert.

Hat das intermediale Genre der Musical-Komödie nicht auch eine gewisse Vergangenheit im algerischen Film? Man denkt zum Beispiel an den Einfluss der indischen Komödien, an den Film in Algerien und generell die große Bedeutung der Musik, die in vielen Werken eine Konstante darstellt.

Algerien ist in gleichem Maße mediterran und orientalisch. Die musikalischen Bezüge in diesem Land sind vielfältig. Das algerische Publikum ist mit hinduistischen, ägyptischen und sogar Hollywood-Musicals vertraut. Obwohl der Einfluss der Religion und die Auswüchse des Islamismus heute den Gesang (außer den religiösen) und den Tanz als anstößigen Sittenverfall stigmatisieren, ist man empfänglich für die Üppigkeit und die Empfindsamkeit des Körpers und der Stimme. Es ist also interessant, dass sich die algerische Bevölkerung endlich in seinen eigenen Bildern wiederfinden kann und so nicht mehr auf jene der anderen angewiesen ist.

Welche Funktion nehmen Tanz und Gesang in ESSAHA ein?

Unser Anspruch war eine gelungene Mischung von traditioneller algerischer Musik, die mit all ihren Einflüssen sehr stark in dem Gebiet verwurzelt ist, und modernen algerischen Musikrichtungen wie dem Raï, oder auch Hip-Hop, Rap oder Reggae zu schaffen. Auch die choreographischen Entscheidungen wollen vor allem eines transportieren: Die Dialektik von Authentizität und Modernität.

Die Figur Yacine im Film träumt von einer Karriere als Regisseur einer Musical-Komödie. Ihm und seiner Kunst werden sehr viele Steine in den Weg gelegt, gleichzeitig wird Kunst als Weg aus der Unmündigkeit dargestellt und Yacine fungiert als Sprachrohr seiner Clique. Identifizieren Sie sich mit der Figur und dieser politischen Funktion des engagierten Künstlers, der Unterdrückten eine Stimme verleiht?

Ja, es ist mir vor allem sehr wichtig, dass sich die Jungen in den Ideen des Filmes wiederfinden und sagen: „Ja, WIR sprechen in diesem Film und das sind unsere Worte, unsere Anliegen.“

Das Ende von ESSAHA fällt fröhlich und optimistisch aus, sind Sie ebenso zuversichtlich, was die Zukunft Algeriens und seiner Jugend betrifft?

Aber ja! Das war der Grund, diesen Film zu machen. Ich glaube fest, dass die jungen Algerier und Algerierinnen das Land Richtung Demokratie führen werden, etwas was ihre Väter nicht erreichen konnten (oder wollten).

Für die jungen Protagonisten kommt im Film der Moment, an dem sie vom Bürgermeister empfangen werden und ihre Anliegen vorbringen können, doch an diesem entscheidenden Moment schaffen sie es nicht, ihre Bedürfnisse zu ergründen und zu artikulieren. Wie erklären Sie diese Desillusion und dieses Defizit, seine Anliegen auszudrücken? Ist dies das Problem einer Generation, gar eine universelle Herausforderung?

Ich denke, dies ist tatsächlich ein universeller Sachverhalt. Diese Jungen leiden an einem undefinierbaren „Lebensüberdruss“, oft schwer zu lokalisieren, abseits der Klischees von Arbeitslosigkeit und Wohnungskrise. Sie haben keine Praxis des Dialogs und der Diskussion, im Gegenteil, unfähig die Worte zu finden, die ihr Leid auszudrücken vermögen, reagieren sie häufig mit Gewalt. Sie wehren sich gegen die Unterdrückung, doch sind sie wortlos, wenn sie ihre Anliegen vorbringen können, die sich oft auf das bekannte „Dégage tunisien“ (Aufforderung „abzuhauen“, bezieht sich auf einen zentralen Slogan der tunesischen Revolution 2010/11 und die skandierte Vertreibung des Präsidenten Ben-Ali) reduzieren lassen. Die Lösung kann nur in der Praxis der demokratischen Debatte, in der Kultur und in der Entwicklung eines politischen Geistes in den Köpfen der Jüngsten liegen.

Der Platz im Film versammelt so etwas wie einen Querschnitt der algerischen Gesellschaft, die jungen Frauen und Männer verkörpern bestimmte Interessen, Ideologien und Lebensentwürfe; ihre Mütter und Großeltern sind anwesend und formieren sich in eigenen Gruppen, ebenso wie zweifelhafte Politiker und Geschäftsmänner. Eine Sache jedoch ist auffällig: Die Väter fehlen, sie spielen keine Rolle in ESSAHA. Wo sind sie?

Ah die Väter! Und wie sie fehlen! Sie sind vollkommen zurückgetreten und vernichtet vom Gewicht der Niederlage – ihrer Niederlage. Der Niederlage einer Gesellschaft, die sie verkörpern, des Trugbilds einer Unabhängigkeit, die sie nicht in Richtung eines vollkommenen, idealisierten Landes navigiert hatte, sondern in die Unfähigkeit zu verhindern, durch Verrat an den eigenen Idealen, zu einem unglückseligen Algerien zu verkommen. Welche Rolle spielen diese Väter also? Sie spielen die Rolle der anonymen Lebensbestreiter, sie arbeiten, um ihre Familien zu ernähren und um zu vergessen, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte.

(Christophe Koroknai)

ESSAHA – LA PLACE

Veröffentlicht von iffiobserver am Juni 7, 2012
Veröffentlicht in: Interview. Hinterlasse einen Kommentar

La version originale de l’entretien avec Dahmane Ouzid sur la première Comédie Musicale tournée en Algérie, sur le défi de la jeunesse algérienne et ses pères absents.

Le long métrage Essaha – La Place aborde un grand nombre de sujets de manière ludique et plein d’humour, on pourrait dire que la place non aménagée est une métaphore de la situation de l’Algérie et sa jeunesse, qui 
tente de prendre les choses en main, malgré toutes ces difficultés qui se dressent face à 
eux et qui continue à se battre pour la participation politique.

Le film Essaha aspire-t-
il à refléter la situation politique de l’Algérie, son histoire et notamment les derniers 
dix années difficiles? A-t-il selon vous même de quelque sorte préfiguré les évènements du passé récent, en Egypte, la Libye ou en Algérie?

ESSAHA (LA PLACE) est effectivement une métaphore de l’Algérie et de sa jeunesse qui cherche désésperément a trouver “sa place” sur la place (l’Algérie). Les jeunes Algériens 
et Algériennes souhaitent tourner la page (sans la déchirer)du deuil et de la 
mortification. Ils veulent vivre leurs 20 ans au même titre que les jeunes de leur âge du 
monde entier. Ils refusent la fatalité qui donne d’eux, au mieux l’image de désespérés 
dont le seul but est de s’embarquer sur un radeau de fortune vers l’Europe de toutes les 
chimères, et au pire celle de potentiels futurs terroristes kamikazes soumis a 
l’idéologie islamiste. C’est en cela effectivement que ce film est hautement prémonitoire 
en préfigurant dès 2009, les évènements du printemps arabe de 2011.

À quel publique s’adresse votre film? On dirait que la fin encourageante et 
l’atmosphère positive, qui est omniprésente dans le film, pourrait motiver les jeunes de 
rester en Algérie et de ne pas abandonner la lutte pour leur participation?

Ce film s’adresse en premier lieu aux jeunes algériens et algériennes. Sans démagogie et avec une grande liberté de ton, il leur renvoie une image positive d’eux même. L’espoir 
est aussi très présent. Un film d’espoir, qui dit que rien n’est perdu et que cette Algérie 
que 10 ans de lutte contre l’islamisme intégriste n’ont pas pu détruire, ne pourra 
finalement être sauvée que par la jeunesse restée dans son pays et celle qui reviendra de 
l’étranger une fois consommé le rêve occidental.

Essaha est la première Comédie Musicale tourné en Algérie. Qu’est-ce que cette 
forme a attribué au film, est-ce qu’elle a permis de traiter cette haute densité de 
sujets sociaux et politiques d’une nouvelle manière?

Mais bien sûr! Salim Aissa, le scénariste, et moi avons pris le parti de la légèreté pour parler plus librement de choses graves. La forme, en apparence festive et attrayante colorée et 
bruyante, nous a permis de passer en revue les travers de la société algérienne sans avoir 
à affronter les rigueurs de la censure pour un film financé à 100% par l’état algérien.

Est-ce que ce genre intermédiatique a une certaine tradition en Algérie, si on 
considère par exemple la Comédie Musicale indienne et son influence sur le cinéma 
Algérien?

L’algérien est méditerranéen et oriental à la fois. Ses références musicales sont 
multiples. Le spectateur algérien est familier aux comédies musicales hindoues, égyptiennes 
et même hollywoodiennes. Bien que l’influence de la religion et de ses dérives islamistes 
font qu’aujourd’hui le chant (sauf réligieux) et la danse sont considérés comme une 
indécente décadence des moeurs, il reste sensible a l’exubérance et a la sensualité du 
corps et de la voix. Il est donc intéressant que le public algérien se reconnaisse enfin à 
travers ses propres images et sons et non plus par procuration à travers ceux des autres.

La musique et la danse: Moyen de donner la parole aux jeunes et de représenter sur 
le niveau musical l’amalgame d’une société entre les traditions et la modernité?



Le pari était justement de réussir le métissage entre la musique algérienne profondément enracinée dans le terroir avec toutes les influences, qu’elles proviennent de la musique 
moderne algérienne comme le rai ou même du hip hop, du rap ou du reggae. Les choix 
choréographiques répondent à la même préoccupation: authenticité et modernité.

Essaha reflète également le sujet de la vie d‘artiste. Le caractère Yacine rêve 
de réaliser une comédie musicale et il encontre des difficultés, le manque d’acceptation 
et des formes de financement ridicules. De l’autre côté son art nous est présenté comme 
un moyen de sortir de la minorité, d’obtenir une voix. En plus c’est Yacine qui 
personnifie l’artiste engagé, son ambition c’est de donner une voix aux jeunes. Une mise 
en abyme de la production et des enjeus du film “Essaha”? En tant que réalisateur vous 
vous identifiez avec cette tâche politique, d’être un porte-voix pour ceux, qui n’ont pas 
d’accès au discours?

Oui,c’est important que les jeunes se reconnaissent à travers les idées du film et qu’ils disent: “Oui c’est nous qui parlons ici, nous nous reconnaissons et ces mots sont les nôtres!”

Une atmosphère d’humour, de légèreté – une ambiance tout à fait positive règne 
dans Essaha, malgré les problèmes de la population – Un moyen de contrebalancer la 
thématique grave? 



Encore une fois OUI! Dire des choses graves avec humour, légèreté, autodérision. Dédramatiser permet de donner de l’espoir pour contrebalancer le “no future!”



Le clin d’oeil et le sourire jouent un grand rôle dans la mentalité Algérienne, 
peuvent ils même servir comme remède et comme stratégie de surpasser les problèmes?



Oui, je pense sincèrement que la capacité que nous avons en Algérie de rire de nos travers même dans les situations les plus dramatiques, nous permettent de surmonter les 
problèmes.

La fin du long métrage est conciliante et positive. Êtes-vous optimiste en ce qui 
concerne la situation de l’Algérie et sa jeunesse?



OUI! C’est la raison pour laquelle j’ai réalisé ce film. Je crois profondément et 
sincèrement, que les jeunes algériens d’aujourd’hui feront avancer l’Algérie de demain 
vers la démocratie, que leurs pères n’ont pas su (ou voulu) installer.

Au moment où les jeunes protagonistes sont reçu par le maire ils ne savent pas quoi 
dire, comment articuler leurs besoins. Comment expliquer cette désillusion et ce déficit 
d’articuler ses demandes? Est-ce un problème de génération, même un sujet universel selon 
vous?


Oui c’est universel. Il y a chez les jeunes un “mal de vivre” indéfinissable 
parfois, difficile a expliquer au delà des clichés sur le chômage et la crise de 
logement. Ils n’ont pas la pratique du dialogue et du débat, même contradictoire. Ils réagissent souvent par la violence faute de pouvoir trouver les mots qui expliquent le 
mal qui les ronge. Face à la répression ils se révoltent, mais ils se trouvent sans voix 
quand ils doivent exprimer leurs revendications qui se résument parfois avec le fameux 
”DEGAGE” tunisien. La solution ne peut être que dans la pratique du débat démocratique et 
de la culture et du développement de l’esprit critique dès le plus jeune âge.



La place dans le film rassemble un panel représentatif de la société Algérienne, 
les jeunes hommes et femmes incarnent certains intérêts, idéologies et modes de vies; 
leurs mères et les grands-parents sont présents, ainsi que certains hommes d’affaires et 
des politiciens douteux. Mais une chose est frappante: Les pères manquent, ils ne jouent 
pas de rôle dans Essaha – où sont-ils?



Ah les pères! Oui combien ils sont absents!Ils le sont en effet, totalement démissionnaires et anéantis par le poids de l’échec, leur échec! Celui de la société qu’ils représentent, de la chimère d’une indépendance, qui ne les a pas amenés vers cette Algérie merveilleuse, tant idéalisée mais trahie et bafouée par leur propre impuissance à empêcher qu’elle 
devienne une Algérie malheureuse. Quels rôle jouent-ils donc? Celui tout simple, dans 
l’anonymat, de continuer à aller au travail pour nourrir leurs familles en essayant d’oublier comment ils en sont arrivés là!

(Christophe Koroknai)

Das ganze Interview mit Fritz Ofner “Evolution of Violence”

Veröffentlicht von iffiobserver am Juni 7, 2012
Veröffentlicht in: Interview. Hinterlasse einen Kommentar

Wo liegt ihr persönlicher Bezug zu diesem Thema und wie sind Sie auf die Idee gekommen, diesen Film zu drehen?

Ich war 1997 zum ersten Mal in Guatemala, ungefähr sechs Monate nach der Unterzeichnung der Friedensverträge. Da habe ich zum ersten Mal vom Bürgerkrieg und vom Genozid gehört, was natürlich sehr viel mit Bananen zu tun hat. Ich bin 2004 wieder zurück. 2008 hatte ich dann das Gefühl, dass die Alltagsgewalt das alles bestimmende Thema in der Politik, den Medien und auch den privaten Gesprächen ist. Ich bin nach Guatemala, habe aber das genaue Thema des Filmes noch nicht gewusst. Die erste Szene, die ich gefilmt habe, war die eines wütenden Mobs, welcher die Häuser der Verbrecher niederbrennt. Diese Ohnmacht der Menschen zu sehen, die sich eigentlich nach Frieden und Sicherheit sehnen, aber trotzdem noch mehr Gewalt erzeugen – das war für mich der Endpunkt der Spirale der Gewalt. Da habe ich mich dann entschieden, auf Spurensuche nach den Wurzeln dieser ausufernden Gewalt zu gehen.

Wie ist es Ihnen gelungen das Vertrauen der Menschen zu gewinnen und diese zum Reden über Dinge zu bringen, die eigentlich zu schrecklich sind, um sie auszusprechen?
Ich habe über vier Jahre an dem Film gearbeitet. Ich drehte über ein Jahr in Guatemala. Ich wollte eine Verbindung herstellen zwischen der Alltagsgewalt und der Gewalt des Bürgerkrieges und habe dann Menschen gesucht, deren Leben von Gewalt beeinflusst wurde und über deren Geschichte ich einen großen Zusammenhang herstellen kann. Ich habe in dem Dorf zu drehen begonnen, wo das Massaker 1982 stattgefunden hat.  Meine Anwesenheit war sehr willkommen. Es war für die Menschen eine Gelegenheit Zeugnis über Passiertes abzulegen. Der Genozid ist in Guatemala immer noch verheimlicht, vertuscht und jenseits des öffentlichen Bewusstseins. Die Menschen hatten das Gefühl da kommt jemand, der hört uns zu und trägt unsere Geschichte hinaus. Deshalb wollten sehr viele uns erzählen, was im Bürgerkrieg passiert ist. Ein anderer Ansatzpunkt war der Journalismus und die Kriminalberichterstattung. Sobald eine Leiche gefunden wird, gibt es Journalisten, die dort hinfahren, um darüber zu berichten.  Ich wollte wissen, wie es diesen Journalisten geht, und habe sie wochenlang bei ihrer Arbeit begleitet. Ich habe auch eine Sozialarbeiterin bei ihrer Arbeit begleitet. Um den Bürgerkrieg besser zu verstehen, wollte ich beide Konfliktparteien beleuchten. Auf der einen Seite die Jesuiten, die sich der Guerilla angeschlossen haben, um gegen dieses System, gegen die Militärdiktatur zu kämpfen. Ich wollte aber auch die Perspektive eines Täters zeigen, eines Soldaten, der am Genozid beteiligt war. Dadurch, dass ich solange in Guatemala gedreht habe, war es auch möglich ein Vertrauensverhältnis zu den Menschen aufzubauen.

War der Dreh nicht auch sehr gefährlich für Sie und ihr Team?
Guatemala ist grundsätzlich ein sehr gefährliches Land. Meine Strategie war, mich völlig auf die Perspektive meiner Protagonisten einzulassen und ihnen die Entscheidung zu überlassen, ob es sicher ist etwas zu tun oder nicht. Ich habe den Film selbst gedreht, also auch Kamera und Ton übernommen. Dies hat den Vorteil, dass sich nicht ein ganzes Team in die Szene einmischt. Von Seiten der Regierung gab es keine Versuche meinen Dreh zu verhindern. Ich musste tricksen bei der Bananenplantage und es war auch schwierig den Soldaten zu finden, der lange über seine Kriegsverbrechen erzählt. Ich habe eine Annonce in der Zeitung aufgegeben, darauf hat sich dieser gemeldet und ich bin zu ihm hingefahren, um mit ihm zu drehen. Er hat keinen Namen oder Orte genannt und kann daher auch nicht belangt werden. Vor kurzem war er auch bei der Premiere des Filmes in Guatemala anwesend. Es war auch das Komitee der Opfer, der Jesuit und der Guerillakämpfer anwesend. Es war eines der ersten Male, dass Opfer und Täter in Guatemala gemeinsam am Podium standen. Es war sehr emotional und es gab Tränen. Es war das erste Mal, dass ein Soldat seine Kriegsverbrechen im Bürgerkrieg offen zugab.

Inwieweit soll beziehungsweise kann Ihr Film die fehlende Aufarbeitung und kollektive Traumabewältigung der Menschen in Guatemala in Gang setzen?
Ich kann natürlich in einem Film nicht das Trauma einer ganzen Gesellschaft behandeln. Zumindest schaffte es der Film, dass Menschen aus verschiedenen politischen Lagern einen Abend lang in einer Stimmung der Wiedergutmachung über die Herkunft der Gewalt sprachen. Der Film kann der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Indem man sich im Spiegel betrachtet, werden Lösungen gefunden. Vielmehr kann ein Film nicht machen.

Ihr Film betreibt eine Art Spurensuche nach den Ursachen der Gewalt. Ist es ihre Intention einen konkreten Schuldigen auszumachen oder geht es Ihnen nicht vielmehr darum den Teufelskreis, die psychologische Eigendynamik, in der sich die Gewalt fortpflanzt, sowie die Ohnmachtserfahrung und Hilflosigkeit der Menschen darzustellen?
Ich wollte nicht nur einen Film über Guatemala machen, sondern über Mechanismen der Gewalt und über die politischen und ökonomischen Zusammenhänge, die eine solche Spirale ermöglichen. Die Bananen und das Archivmaterial waren mir sehr wichtig, weil man da auch die Interventionen von außen sieht. Würde man in der Rede von Reagan und Kissinger Bananen durch Öl, und Kommunismus durch Terrorismus ersetzen, wären wir bei den Problemen unserer Zeit. Es war mir wichtig, dass der Film nicht zu spezifisch nur Guatemala behandelt, sondern die allgemeinen Mechanismen der Gewalt, welche viel mit politischen und ökonomischen Umständen zu tun haben, welche von einfachen Menschen ausgebadet werden, die dann unter den Konsequenzen leiden. Ich glaube, dass man, wenn es im Irak in 30-40 Jahren kein Öl mehr gibt, einen ähnlichen Film über den Irak drehen kann. Deshalb auch der letzte Satz, dass die Gefahr eines gewaltsamen Todes in Guatemala zu sterben, dreimal so hoch ist wie im Irak.

Haben Sie deshalb zum Dokumentarfilm gefunden, weil sie nicht vorwiegend Menschen unterhalten, sondern auf reale Missstände aufmerksam machen wollen und so meinen, leichter eine Veränderung im Denken und Handeln der Menschen bewirken zu können?
Ich hatte nie Ambitionen einen Spielfilm zu drehen. Ich komme eher aus der Ethnologie oder dem Journalismus. Ich beschäftige mich lieber mit der Realität, die uns umgibt, als aus der Fantasie einen Spielfilm zu machen. Meine Aufgabe als Dokumentarfilmer sehe ich darin, an Orte zu gehen, an die andere nicht gehen und mich mit Themen zu beschäftigen, bei denen sich andere schwer tun.
Ich fasse dies in einer subjektiven Beobachtung zusammen, die ich dann an mein Publikum weitergebe. Ich sehe mich wie ein Reporter, der sich mit Themen beschäftigt, die eine allgemeine Wichtigkeit haben. Was das Publikum daraus macht, ist wieder ein anderer Prozess. Ich rücke durch meine Arbeit Themen, die meines Erachtens zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, in ein öffentliches Bewusstsein und leiste einen Beitrag zu einem politischen Diskurs, warum die Welt um uns herum so ist, wie sie ist. Ich habe nicht den Anspruch mit meinen Filmen die Welt zu verändern. Ich rege eher einen Reflexionsprozess beim Einzelnen an. Ich biete die Filme an, aber was das Publikum dann in der Reflexion daraus macht, kann ich nicht sagen. Ich glaube aber darauf aufmerksam zu machen, dass unser Reichtum und Wohlstand, in dem wir leben, sehr viel mit der Ausbeutung und Gewalt in anderen Ländern zu tun hat. Ich denke, dass wir uns dies in unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft sehr oft nicht bewusst sind.

(Kay Watzlawek)

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